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Letzte Aktualisierung:
08.05.2013




 
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Defäkografie


Bei der Defäkografie wird die Darmentleerung mit Röntgenkontrastmittel unter Durchleuchtung nachgestellt und analysiert. Diese Untersuchung kann wertvolle Hinweise bei Beschwerden während des Stuhlgangs geben, insbesondere wenn der Verdacht auf zeitweise auftretende Schleimhaut- oder Darmvorfälle besteht.


Obstipation (Verstopfung)
Durchführung der Untersuchung
Transitzeitmessungen im Kolon (Hinton-Test)
 




Obstipation (Verstopfung)

Verstopfung ist keine Krankheit, sondern ein Symptom. Etwa 10% der Bevölkerung in den Industrieländern leiden an Verstopfung. Die Häufigkeit nimmt mit dem Alter zu; Frauen sind deutlich häufiger betroffen als Männer.

Die normale Stuhlfrequenz variiert von drei mal täglich bis zu drei mal wöchentlich. Zusätzliche Beschwerden können dabei harter Stuhl, das Gefühl einer unvollständigen Darmentleerung nach dem Stuhlgang, Stuhlentleerungen unter großer Anstrengung und oft auch ein geblähter Bauch sein.

Oft treten bei harten Stühlen während der Entleerung Schmerzen auf. Die Angst vor diesen Schmerzen kann zusätzlich zur Unterdrückung des Stuhldrangs und zum Einhalten des Stuhles und damit zu einer Verschlimmerung der Obstipation führen. In den meisten Fällen ist eine Verstopfung harmlos; sie kann jedoch auch Symptom einer anderen Krankheit sein.

Eine Verstopfung kann verschiedene Ursachen haben. In über 95% ist eine Obstipation funktioneller Natur, d.h. ein intakter Darm funktioniert nicht richtig, es besteht eine Bewegungsstörung (Motilitätsstörung) des Darmes. Am häufigsten liegt den funktionellen Störungen eine Kombination aus zu geringer Flüssigkeitszufuhr, faserarmer Kost und mangelnder körperlicher Bewegung sowie Stress zu Grunde. Auch während der Schwangerschaft oder durch eine Ernährungsumstellung im Urlaub kann es vorübergehend zu Verstopfung kommen. Eine chronische Obstipation kann aber auch Ausdruck einer Fehlfunktion des Sphinkterapparates (Schließmuskel) mit Störungen des Stuhlentleerungsprozesses sein ("Beckenbodendyssynergie", "Syndrom des spastischen Beckenbodens", "Anismus").

Solche Ursachen einer chronischen Obstipation können mit Hilfe verschiedener radiologischer Untersuchungen erkannt werden. Neben der Röntgenuntersuchung des Dickdarms, sind die Defäkographie (Proktographie) und die Bestimmung der Transitzeit (d.h. Passagezeit) des Dickdarms (auch „Hinton-Test“ genannt) aufschlussreiche Untersuchungen.

Durchführung der Untersuchung

Bei der Defäkographie wird der Enddarm über einen dünnen Schlauch mit Röntgenkontrastmittel gefüllt. Anschließend setzt sich der Patient auf einen speziellen Toilettenstuhl vor einem Durchleuchtungsschirm. Er wird dann gebeten, das Kontrastmittel zu entleeren, wobei Röntgenaufnahmen in verschieden Funktionszuständen angefertigt werden.

Eine besondere Vorbereitung für die Untersuchung ist nicht erforderlich. Wenn möglich sollte eine natürliche Darmentleerung vor der Untersuchung angestrebt werden.


Indikationen:

  • zur Abklärung von Defäkationsstörungen (unvollständige Entleerung; Schmierstühle; etc.)
  • zur Abklärung einer chronischen Obstipation (Verstopfung) mit Verdacht auf eine Auslassobstruktion
  • zur Abklärung einer analen Inkontinenz (Stuhlhalteschwäche) oder Beckenbodensenkung
  • zur Abklärung von Schmerzen rektal, kokzygeal und sakral

Transitzeitmessungen im Kolon (Hinton-Test)

Diese Untersuchung wird eingesetzt, um die Passagezeit im Dickdarm zu bestimmen. Insbesondere kann festgestellt werden, ob der Transport des Darminhalts durch den Dickdarm an bestimmten Stellen besonders lange dauert. Diese einfache und relative wenig belastende Untersuchung kann bereits entscheidende Hinweise über Schweregrad und mögliche Ursachen einer chronischen Obstipation geben.

Durchführung der Untersuchung: Der Patient muss 6 Tage lang jeweils zur gleichen Uhrzeit 2 Gelatinekapseln schlucken. Diese Kapseln enthalten röntgendichte Marker bestehend aus ungefährlichen, unverdaulichen Plastikkügelchen. Am 7. Tag werden Anzahl und Verteilung der verbliebenen Marker im Dickdarm durch eine Röngenübersichtsaufnahme des Bauchraums dokumentiert.

Wichtig ist, dass während der 7 Untersuchungstage keinerlei abführende Maßnahmen erlaubt sind! Darüber hinaus ist keine besondere Vorbereitung für diese Untersuchung notwendig.


Indikationen:

  • zur Abklärung von Defäkationsstörungen (Stuhlentleerungsstörungen)
  • zur Abklärung einer analen Inkontinenz (Stuhlhalteschwäche)
  • zur Abklärung einer chronischen Obstipation (Verstopfung) mit Verdacht auf eine Auslassobstruktion
  • zur Verlaufskontrolle nach schließmuskelkräftigenden Maßnahmen
  • zur Verlaufskontrolle nach operativen Eingriffen