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   Donnerstag - 23.10.2014   



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MR-Defäkografie

Bei der Defäkografie wird die Darmentleerung mit Ultraschallgel im MRT nachgestellt und analysiert. Diese Untersuchung kann wertvolle Hinweise bei Beschwerden während des Stuhlgangs geben, insbesondere wenn der Verdacht auf zeitweise auftretende Schleimhaut- oder Darmvorfälle besteht.

» Obstipation (Verstopfung)
» Durchführung der Untersuchung
» Transitzeitmessungen im Kolon (Hinton-Test)
 




Obstipation (Verstopfung)


Verstopfung ist keine Krankheit, sondern ein Symptom. Etwa 10% der Bevölkerung in den Industrieländern leiden an Verstopfung. Die Häufigkeit nimmt mit dem Alter zu; Frauen sind deutlich häufiger betroffen als Männer.

Die normale Stuhlfrequenz variiert von drei mal täglich bis zu drei mal wöchentlich. Zusätzliche Beschwerden können dabei harter Stuhl, das Gefühl einer unvollständigen Darmentleerung nach dem Stuhlgang, Stuhlentleerungen unter großer Anstrengung und oft ein geblähter Bauch sein.

Oft treten bei harten Stühlen während der Entleerung Schmerzen auf. Die Angst vor diesen Schmerzen kann zusätzlich zur Unterdrückung des Stuhldrangs und zum Einhalten des Stuhles und damit zu einer Verschlimmerung der Obstipation führen. In den meisten Fällen ist eine Verstopfung harmlos; sie kann jedoch auch Symptom einer anderen Krankheit sein.

Eine Verstopfung kann verschiedene Ursachen haben. In über 95% ist eine Obstipation funktioneller Natur, d.h. ein intakter Darm funktioniert nicht richtig, es besteht eine Bewegungsstörung (Motilitätsstörung) des Darmes. Am häufigsten liegt den funktionellen Störungen eine Kombination aus zu geringer Flüssigkeitszufuhr, faserarmer Kost und mangelnder körperlicher Bewegung sowie Stress zu Grunde. Auch während der Schwangerschaft oder durch eine Ernährungsumstellung im Urlaub kann es vorübergehend zu Verstopfung kommen. Eine chronische Obstipation kann aber auch Ausdruck einer Fehlfunktion des Sphinkterapparates (Schließmuskel) mit Störungen des Stuhlentleerungsprozesses sein ("Beckenbodendyssynergie", "Syndrom des spastischen Beckenbodens", "Anismus").

Solche Ursachen einer chronischen Obstipation können mit Hilfe verschiedener radiologischer Untersuchungen erkannt werden. Neben der Röntgenuntersuchung des Dickdarms, sind die Defäkographie (Proktographie) und die Bestimmung der Transitzeit (d.h. Passagezeit) des Dickdarms (auch Hinton-Test genannt) aufschlussreiche Untersuchungen.


Durchführung der Untersuchung

Bei der Defäkographie wird der Enddarm über einen dünnen Schlauch mit Ultraschallgel gefüllt. Anschließend wird der Patient/die Patientin gebeten, das wenige Gel in eine Windel zu entleeren, wobei MRT-Aufnahmen in verschieden Funktionszuständen angefertigt werden.


Eine besondere Vorbereitung für die Untersuchung ist nicht erforderlich. Wenn möglich sollte eine natürliche Darmentleerung vor der Untersuchung angestrebt werden.


Indikationen:

  • zur Abklärung von Defäkationsstörungen (unvollständige Entleerung; Schmierstühle; etc.)
  • zur Abklärung einer chronischen Obstipation (Verstopfung) mit Verdacht auf eine Auslassobstruktion
  • zur Abklärung einer analen Inkontinenz (Stuhlhalteschwäche) oder Beckenbodensenkung
  • zur Abklärung von Schmerzen rektal, kokzygeal und sakral


Transitzeitmessungen im Kolon (Hinton-Test)

Diese Untersuchung wird eingesetzt, um die Passagezeit im Dickdarm zu bestimmen. Insbesondere kann festgestellt werden, ob der Transport des Darminhalts durch den Dickdarm an bestimmten Stellen besonders lange dauert. Diese einfache und relative wenig belastende Untersuchung kann bereits entscheidende Hinweise über Schweregrad und mögliche Ursachen einer chronischen Obstipation geben.

Durchführung der Untersuchung: Der Patient muss 6 Tage lang jeweils zur gleichen Uhrzeit 2 Gelatinekapseln schlucken. Diese Kapseln enthalten röntgendichte Marker bestehend aus ungefährlichen, unverdaulichen Plastikkügelchen. Am 7. Tag werden Anzahl und Verteilung der verbliebenen Marker im Dickdarm durch eine Röngenübersichtsaufnahme des Bauchraums dokumentiert.

Wichtig ist, dass während der 7 Untersuchungstage keinerlei abführende Maßnahmen erlaubt sind! Darüber hinaus ist keine besondere Vorbereitung für diese Untersuchung notwendig.


Indikationen:

  • zur Abklärung von Defäkationsstörungen (Stuhlentleerungsstörungen)
  • zur Abklärung einer analen Inkontinenz (Stuhlhalteschwäche)
  • zur Abklärung einer chronischen Obstipation (Verstopfung) mit Verdacht auf eine Auslassobstruktion
  • zur Verlaufskontrolle nach schließmuskelkräftigenden Maßnahmen
  • zur Verlaufskontrolle nach operativen Eingriffen 
Da beide oben beschriebene Untersuchungen im Katalog der gesetzlichen Krankenkassen nicht vorgesehen sind, können diese für gesetzlich versicherte Patientinnen und Patienten nur nach der Gebührenordnung für Ärzte abgerechnet und Ihnen als Privatleistung in Rechnung gestellt werden. Bei den meisten privaten Krankenkassen ist es anders. Sie tragen die Kosten beider Untersuchungen, wenn sie von Ihrem behandelnden Arzt verordnet wurden, meistens ganz. Im Einzelfall sollten Sie mit Ihrer Versicherung diesbezüglich Kontakt aufnehmen. Für die MR-Defäkographie berechnen wir in Abhängigkeit vom individuellen Aufwand ca. 360 bis 600 Euro, für die Kolontransitzeitmessung 61,13 € (inkl. 25,58 € für die Kapseln).

 
 


Letzte Aktualisierung:
05.08.2014



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